Blick ins Büro…

work & soda

www.workandsoda.de

 

Anna

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Leon
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TEXT: JULIA CRETU
FOTOS: LORENZ BEE

 

Wie kam es zu der Idee des Zusammenarbeitens und des Coworkings?
Chris: Nihat, der Mitgründer des work & soda, der jetzt die Mudita Bar betreibt, und ich haben in der Vergangenheit viel zusammengearbeitet, oft bei mir zu Hause. Ich habe parallel noch in Stuttgart und Nihat am Judenhof in einem Coworking-Space gearbeitet. Und dann kam die Idee auf, uns zusammen ein Büro in Ulm zu suchen.
Hariolf: Anna und ich haben zu der Zeit schon länger nach einem Laden mit Büro gesucht.
Anna: Mein Büro war früher in der Rosebottel. Ich war immer tagsüber da und abends war Barbetrieb.
Hariolf: Nihat hat früher in der Blaupause gearbeitet, daher kennen wir uns alle. Und dann haben wir gesagt: „Wir können ja mal gucken, ob wir gemeinsam etwas finden, das unseren Ansprüchen gerecht wird.“

work & sodaDIE VIER BETREIBER DES WORK & SODA IM ROSEBOTTEL-STORE: HARIOLF, ANNA, CHRIS UND LEON (V.L.N.R)

Wann ging es dann los?
Hariolf: Ab dem ersten Dezember waren wir hier drinnen. Wir haben erstmal nur den Laden betrieben, für das Weihnachtsgeschäft. So richtig haben wir allerdings erst im Februar angefangen.

Leon, du bist erst frisch dabei. Wie bist du dazu gekommen, hier zu arbeiten?
Leon: Genau. Seit dem ersten Juli. Ich habe im Mai bei einer Fotoausstellung im work & soda mitgemacht. Dann hat Nihat aufgehört hier zu arbeiten und es war ein Platz frei. Da hat es sich angeboten, dass ich hier anfange.

Wie nennt ihr das, was ihr habt? Ist das eine Agentur, ein Gemeinschaftsprojekt oder „nur“ ein Coworking-Büro?
Anna: Es ist schon ein Gemeinschaftsprojekt.
Chris: Es ist kein klassisches Coworking. Es ist persönlicher. Natürlich macht jeder für sich erstmal seine Arbeit. Aber wir wollen auch gemeinsam Sachen machen. Wir hatten zum Beispiel schon einen Flohmarkt hier, die Fotoausstellung und es werden noch einige Dinge folgen. Aber wir sind auch eine Dienstleistungsagentur. Viele Fragen „Was macht ihr da eigentlich genau?“ Es ist schwer, das in einem Satz zu erklären. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, ein Coworking-Space und natürlich sind wir auch gegenseitige Ansprechpartner für einen kreativen Austausch. Aber wir wollen die kleine Fläche, die wir zur Verfügung haben, auch für Events, Lesungen und Workshops nutzen.

Was sind die Vorteile vom Coworking?
Anna: In erster Linie der Austausch, der stattfindet. Und es macht Spaß. Da fällt das Arbeiten ein bisschen leichter und man ist produktiver.
Leon: Für mich ist es auch der Austausch. Dass man einen Platz hat, wo man hingeht und Kollegen hat, die auch mal über ein Projekt drübergucken.
Hariolf: Natürlich kann man zuhause arbeiten. Aber das ist auf lange Sicht schwierig. Du kommst irgendwann gar nicht mehr raus.
Chris: Früher war ich in einem Unternehmen, da hatte ich Kollegen, es gab den täglichen Austausch und man ist zusammen essen gegangen. Man ist jeden Tag rausgekommen. Danach habe ich viel von zuhause aus gearbeitet. Irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf, Privat- und Arbeitsleben vermischen sich, man wird nachlässiger und ist weniger fokussiert.
Leon: Und natürlich ist die Location hier, mitten in der Stadt, mega.
Anna: Stimmt! Die Lage!
Hariolf: Das ist für uns eine der schönsten Gassen in Ulm. Die Gastronomie, die Läden, das sind alles inhabergeführte Geschäfte. Das ist nett und ich glaube, da passen wir gut rein.

Wie hat sich eure Arbeitsweise verändert, seitdem ihr hier seid?
Chris: Bilder bearbeite ich teilweise noch zuhause auf dem Sofa. Aber Angebote und Rechnungen schreiben, meinen Papierkram, mache ich nur hier. Hier bin ich motivierter und dadurch produktiver. Zuhause ruft dann doch der Kühlschrank oder der Fernseher.
Leon: Ich arbeite auch viel produktiver.
Anna: Ich habe einen strukturierteren Arbeitstag. Früher habe ich alles über den Tag verteilt und auch viel abends gemacht.

Was meint ihr, wie sich das Coworking weiterentwickeln wird?
Hariolf: Es wird immer mehr. Ich habe das Gefühl, dass sich momentan unglaublich viele Leute selbständig machen. Ich weiß nicht, ob das nur in Ulm so ist. Für die ist es natürlich toll, so etwas zu haben. Aber Mietplätze, wo man sich stundenweise einmieten kann, das ist nicht so einfach in Ulm.
Chris: Da ist Ulm vielleicht noch ein ticken zu klein. In Stuttgart oder in Berlin funktioniert das gut. Ich denke schon, dass Ulm das Potential dafür hat, aber da bräuchte man eine größere Location, vielleicht im Industrial Stil, wie das Roxy zum Beispiel.

Welche gemeinsamen Projekte habt ihr geplant?
Chris: Das „Sunday vibes“, das Pop-Up-Frühstück, dass es schon in der Mudita Bar gab, wird hier ein paar Mal stattfinden. Außerdem wird es Workshops im Foto- und Filmbereich geben. Und unter dem Titel „Workout & Soda“ sollen bald Workshops und Vorträge zu Ernährung und Gesundheit kommen. Vielleicht auch ein Lauftreff.
Anna: Die Idee ist es, auch Leute hier herzubekommen, die mit Design oder Fotografie nicht so viel zu tun haben und die dadurch auf uns aufmerksam werden. Wir wollen ein breites Publikum ansprechen.
Chris: Und wir wollen Privatpersonen und kleinen Unternehmen eine Plattform bieten.